Fall: Wie sieht das perfekte Outdoor Wochenende der Generation Z aus?

Tatort: Outdoor by ISPO Messe in München
Täter: Schüler der 9. Klasse des Werner-von-Siemens-Gymnasiums und weitere
Mittäter: Mentoren von Next Entrepreneurs gUG mit Erfahrung aus StartUps
Waffen: Papiere, Stifte, Leinwände und Methoden aus dem StartUp

Herangehensweise:

Zwei Gruppen arbeiteten an 3 Tagen an dieser Fragestellung von VAUDE.

Sehr schnell kamen die Jugendlichen an die Grenzen dessen, dass

  1. Sie alleine nicht in der Lage sind, ein Outdoor-Wochenende nach ihren Wünschen zu verbringen. Als Minderjährige fehlt ein Betreuer, der ihnen die gewünschten Freiheiten gibt und ihren Eltern ein gutes Gefühl. #Selbstbestimmung
  2. Sie finanziell schnell an ihre Grenzen kommen. #Freiheit
  3. Erwachsene ihnen sagen, dass ein Outdoor-Wochenende aktiv zu sein hat. #Mindfulness

Tag 1:

Die Schüler verbrachten den ersten Tag damit, sich in die Marke und das Thema einzuarbeiten. Der Vortrag von VAUDE-Geschäftsführerin Antje von Dewitz half sehr, sich auch mit den Werten von VAUDE auseinanderzusetzen und eine emotionale Bindung mit der Marke aufzubauen.

Dann brainstormten die Schüler, um das Thema zu begreifen.

Was bedeutet Outdoor? Was mag jeder von uns? Sind wir überhaupt Outdoor unterwegs?

Die Schüler führten dabei einen intensiven Austausch miteinander durch. Aus dem Anfänglichen „Ich gehe eh nicht gerne raus.“ wurde ein „Naja, ich würde ja, wenn ich bestimmen dürfte.“ und „ich will frei sein, in dem, was ich in der Natur tun will.“ sowie „ich will neues ausprobieren oder kennenlernen.“

Aus Schülern, die auf den ersten Blick nicht glaubten, dass sie gerne Outdoor unterwegs sind, wurden Schüler, die verstanden, warum das so ist.

Dieses lenkte jede Gruppe in seine Lösungsrichtung.

Und nun kamen unsere Methoden: Design Thinking, MVPs, Lean StartUp, Umfragen, Personas, Blue Ocean Strategy, Ideation und das Pitchen. Wir geben sie den Schülern an die Hand.

Der 1. Tag der Ideenfindung und der Auseinandersetzung mit dem Thema endete offen. Noch weiß keine Gruppe, wie sie ihre Probleme lösen wollen.

Tag 2:

Motiviert und etwas unglaublich kamen die Schüler zum zweiten Tag.

Wie geht es heute weiter?

Unsere Mentoren nahmen sich ihrer Gruppen an. Es wurde das „Warum ist das so?“ vertieft und in ein „Was können wir tun?“ weiterentwickelt. Wie können wir unser Problem lösen?
Die Schüler fingen sofort an, frei zu denken, was es brauchte:

  • Verschiedene Angebote, die die Schüler buchen können – im Wasser, auf dem Wasser und auf dem Land.
  • Gleichgesinnte aus der Peer-to.Peer-Group, die sich finden können.
  • Übernahme der Kosten durch einen Sponsor
  • Wissenswertes zu der Umgebung
  • Kredit der eigenen Aktivitäten
  • Höherer Purpose
  • „Ruhigstellung“ der Eltern – keine Argumente für ein Nein geben

Weiterhin behandelten die Schüler die Fragen nach dem Wie.

Wie passiert das? Wie bucht man das? Wie organisiert man das?

Auch der Markt wurde angesehen: Gibt es sowas schon am Markt? Ist dieses Problem auch für andere da?

Umfragen auf dem Messegelände und am digital über das eigene Netzwerk und das der Mentoren wurden genutzt, um hier Gewissheit zu bekommen. Doch die Ergebnisse und die Recherche im Internet zeigte, dass es dieses Gesamtpaket noch nicht gab.

Die Lösungen nahmen Formen an. Sie wurden konkreter, erste Prototypen wurden gezeichnet und diese an den Besuchern der Messe ausprobiert. Das Feedback wurde weiter in die Lösungen eingearbeitet.

Die Schüler wurden sich über ihre Wirksamkeit bewußter. Sie spürten den ganzen Tag, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse gehört wurden und sie selbst an Lösungen arbeiten durften. Die Next Entrepreneurs Mentoren sind geschult und lassen den Schüler den größtmöglichen Freiraum in der Gestaltung. Nur da, wo es hakt oder eine Methode zum Einsatz kommt, unterstützen sie sofern nötig und geben Sicherheit, wenn es die Schüler brauchen. Es gibt kein erwachsenes „Ja, aber…“, sondern nur ein „Ja, und…“.

Tag 3:

Die Schüler kamen mit einem Plan. Dies sieht man ihnen an. Heute geht es um den Feinschliff und die Präsentation. Es beginnt hektisch zu werden. Denn die Ideen müssen so gut wie möglich visualisiert werden.

Clickdummies werden erstellt wo möglich, Zeichnungen angefertigt, wo gewünscht.

Doch, oje, es fehlt noch an einem Namen. Man merkt, dass das die Schüler etwas aus der Bahn wirft. Die Idee steht soweit. Doch ohne Namen wird es nicht griffig genug für die Juroren. Doch auch das meistern die Schüler und wachsen wieder an ihren Herausforderungen.

Es sind jetzt nur noch 2 Stunden bis zur Präsentation. Die Schüler erhielten bereits eine Einführung und ein Training. Jetzt merkt man die angespannte Stimmung. Es scheint soviel zu tun zu sein. Die Gruppen vergeben Aufgaben innerhalb der Gruppe. Jeder muss was bringen, damit es noch rechtzeitig klappt.

Die Pitches beginnen. Die Jury wartet gespannt:

Die Jury v.l.n.r. in Bild 2: Stephan Grabmeier (Leiter strategische Partnerschaften Next Entrepreneurs), Holger Feist (Chief Strategy Officer Messe München), Antje v. Dewitz (Geschäftsführerin Vaude), Moana Keiper (Projektleiterin xStarters), Ingmar Behrens (Managing Director GCSC)

Die Ideen werden vor der Jury und dem Publikum präsentiert. Für viele der Schüler das erste Mal, dass sie diese Aufgabe vor einer solch großen Gruppe machen.

Idee 1 für VAUDE: VAUDEVenture

Next Entrepreneure: Arslan Nurdun, Avinash Raveendran, Helen Weldegiorgis, Yuta Nakano, Claudia Le, Imam Mohammad-Shahzad

Kids wollen auf Outdoor Freizeiten, allerdings sind sie aufgrund ihrer Minderjährigkeit beschnitten in ihren Möglichkeiten. Diese App soll Abhilfe schaffen. Denn damit organisieren sie sich in Gruppen und gehen mit Betreuungspersonen auf Freizeiten in den Bergen oder am See. VAUDE kann Equipment zur Verfügung stellen, was sich Kids nicht leisten können. Die Eltern wissen durch die App immer Bescheid, wie es ihren Kids geht und können mitverfolgen, welche Momente ihre Kinder erleben.

Idee 2 für VAUDE: NATURELove

Next Entrepreneure: Daniela Förster, Elizaveta Fedorova, Cagla Yilmaz

Damit Jugendliche wieder mehr Zeit draußen verbringen können sie mit dieser Apps Punkte sammeln sobald sie sich outdoor aufhalten. Ob Fahrradfahren, Laufen, Wandern, Spaziergehen, Schwimmen oder Chillen. Die Punkte können sie in Form einer Spende an eine Organisation geben, die ihnen am Herzen liegt. Durch Augmented Reality erfahren sie auch spielerisch wo sie sich dort aufhalten und erfahren Wissenswertes über die Bäume, Berge und Seen und Flüsse in ihrer direkten Umgebung. Englisch-deutsch stellten die Schülerinnen ihre Idee der Jury und dem Publikum vor.

Auch die Messe München schreibt über unsere Next Entrepreneurs:

Die Generation Z löst Zukunftsfragen der Outdoor-Branche >>

Wie die Generation Z Urban Outdoor lebenswerter machen >>

So sieht das Outdoor-Wochenende der Generation Z aus >>

FAZIT:

Die Schüler haben mit Herz, Hirn und Rückgrat zwei Lösungen für die Fragestellung von VAUDE erstellt, die sehr nah an ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen sind. Vielleicht wirkt das ein oder andere Detail „komisch“. Es ist genau das, was den Generationenwechsel ausmacht. Dass wir verstehen, dass es nicht um uns allein geht, wenn wir für unsere zukünftigen Kunden Lösungen erstellen. Es ist wichtig, sie einzubeziehen und zu verstehen, was sie wollen und brauchen.